Der Dry Port Khorgos lädt Container wegen unterschiedlicher Spurbreiten von chinesischen Zügen auf kasachische Züge um

Auf der Seidenstraße kamen einst Stoffe, Porzellan und exotische Gewürze aus China nach Europa. Moscheen und Medressen in Zentralasien zeugen noch heute vom Glanz einer Zeit, da der Handel zwischen Orient und Okzident ganzen Regionen zu Wohlstand verhalf.

Diesen Mythos  will China wiederbeleben – mit der „Neuen Seidenstraße“ und Investitionen von mehr als einer Billion Euro. Ende 2013 brachte Chinas Staatschef Xi Jinping das gigantische Infrastrukturprogramm auf den Weg, die „Belt and Road Initiative“ (BRI). Längst sprengt die BRI die Pfade seines mittelalterlichen Vorbilds, denn China investiert weltweit in den Ausbau von Transportwegen.

Naziyam Ibragimova ist PR-Managerin beim Dry Port Khorgos und kehrte für diesen Job der Großstadt den Rücken

Naziyam Ibragimova ist PR-Managerin beim Dry Port Khorgos und führt regelmäßig Besucher über das Gelände mit den markanten gelben  Containerbrücken. Die 25-Jährige ist überzeugt, dass Khorgos der ganzen Region hier im äußersten Südosten Kasachstans zu einem Aufschwung ver- helfen wird. Ibragimova stammt aus der Region, lebte jedoch mehrere Jahre in Almaty.

„Ich selber hätte das nie gedacht, aber ich bin aus der Stadt zurückgekehrt, weil ich hier ein besseres Arbeitsangebot hatte“, sagt sie. Ihr Arbeitgeber hat ihr eine Wohnung in Nurkent besorgt, einer Satellitenstadt wenige Kilometer entfernt, die nur für Angestellte des Dry Ports gebaut wurde.

Bisher leben hier 1.200 Einwohner, geplant ist die Stadt jedoch für 100.000 Menschen. Trotz der etwas trostlosen Umgebung – direkt hinter Ibragimovas Plattenbau beginnt die Steppe – freut sich die junge Frau, hier zu sein. „Wir wohnen mietfrei und haben alles, was wir brauchen, Kindergarten, Schule, Geschäfte“ Zwischen dem Dry Port und Nurkent fährt täglich ein Shuttle-Bus – auch der ist kostenlos.

Weiterlesen im Atlas-Magazin