Zwei Wochen nach Verkündung der ersten Regierungskoalition in Kirgistan hat sich das Blatt nun doch noch einmal gewendet. Die Koalition zwischen Sozialdemokraten, Atameken und Respublika, die Anfang Dezember gebildet worden war, wurde als ungültig erklärt. Jetzt haben sich Sozialdemokraten, Respublika und die nationalistische Partei Ata Zhurt, die bei den Parlamentswahlen im Oktober die meisten Stimmen errungen hatte, geeinigt.

Damit sind nun auch die Anhänger des im April gestürzten Ex-Präsidenten Kurmanbek Bakijew in der Regierung vertreten. Experten hatten zuvor gewarnt, dass die Stabilität Kirgistans erneut auf dem Spiel stünde, sollten die Interessen des Südens in einer Regierung nicht vertreten sein. Ata Zhurt hatte vor allem mit Stimmen aus dem südlichen Kirgistan die Parlamentswahlen gewinnen können, wo Bakijew bis heute viele Anhänger hat. Die jetzige Regierungskoaltion bietet daher tatsächlich Potential für eine weitere Stabilisierung Kirgistans.

Almas Atambajew von der Sozialdemokratischen Partei wurde zum Premierminister gewählt, Ahmatbek Keldibekow von Ata Zhurt zum Parlamentssprecher und Omurbek Babanow von Respublika zum Ersten Vizepremier.

Wie Akipress meldet, teilen die drei Regierungsparteien die Ressorts wie folgt unter sich auf: Ata Zhurt erhält das Katastrophenschutzministerium sowie die Verantwortung für den Wiederaufbau in Osch, die Sozialdemokraten verantworten künftig die so genannten „Machministerien“ (Inneres, Verteidigung sowie Nationaler Sicherheitsdienst), die Zollbehörden und die Stadt Bischkek, und Respublika die Strafverfolgungsbehörden und den Luftwaffenstützpunkt Manas.