Kasachstan: Im Zwiespalt zwischen Russland und China

von © Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, Vanja Budde, Edda Schlager

Auf kasachischem Boden liegen wertvolle Erdöl- und Erdgasvorkommen, an denen Russland aber auch China interessiert sind. Chinesische Firmen besitzen schon ein Drittel des kasachischen Öl- und Gassektors, was Russland mit Argwohn sieht. Um zwischen den beiden Großmächten nicht aufgerieben zu werden, strebt Kasachstan nach Europa.

In der Steppe rund um die Stadt Atyrau im Westen Kasachstans stehen sie zu hunderten und befördern quietschend das „Schwarze Gold“ an die Oberfläche: Pferdekopfpumpen und fahrbare Bohrtürme wie dieser hier. 200 Meter am Tag dringt die Mannschaft in die Tiefe vor, erklärt Peter Krieger.

„Ein neues Bohrloch wird abgeteuft. Hier liegen die Förderhorizonte bei 1800 Metern, das heißt, die werden hier drei Wochen zu tun haben. Hier gehe ich mal von einer Fördermenge aus von 600 Barrel am Tag aus. 600 bis 800 Barrel am Tag. Die Bohrfirma heißt KazMunaiGasBurgylau, das ist praktisch die staatliche Drillfirma des staatlichen Gaskonzerns KazMuniaGas.“

Der Bohrturm arbeite mit chinesischer Technik, erklärt Peter Krieger: Die sehe zwar aus wie amerikanische, sei aber anhand ausgelaufener Lizenzen nachgebaut worden und koste ein Drittel der Originale. Krieger ist gelernter Elektrotechniker aus Mecklenburg-Vorpommern. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er im neuntgrößten Land der Welt in der Zulieferindustrie für die Erdölförderung. Heute ist er deutscher Honorarkonsul, kennt alles und jeden an der Küste des Kaspischen  Meeres. Hier liegen die großen Schätze an wertvollen Ressourcen, von denen auch ein Werbefilm der kasachischen Botschaft in Deutschland schwärmt:

„Mit seinen hohen Vorkommen an Erdöl und Erdgas gilt Kasachstan als eines der reichsten Länder der Welt. Experten schätzen die Erdölvorkommen auf rund neun Milliarden Barrel. In den neunziger Jahren wurden im Norden des Kaspischen Meeres und in der Steppe die größten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden.“

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