Bachyt, der Nomade aus Kirgistan, und seine Familie kommen ins Fernsehen!

Denn aus der Radioreportage „Almauftrieb im Tien-Shan“, die im vergangenen Jahr beim Deutschlandfunk lief, ist ein Film entstanden. Nach der Sendung hatte mich ein ARTE-Redakteur kontaktiert, um das Thema gemeinsam mit mir für die 360° GEO-Reprtage zu machen. Nach einem halben Jahr Vorbereitungen wurde der Film im Mai dieses Jahres gedreht. Nun, ein weiteres halbes Jahr später, läuft er endlich auf ARTE und zwar an folgenden Terminen:

1. am Samstag, dem 31.10. um 20.15 Uhr, (Kurzfassung, 43 Minuten),
und dann noch einmal
2. am Sonntag, dem 8.11. um 18.00 Uhr, 52 Minuten

Bachyt, den ich schon im vergangenen Jahr beim Almauftrieb im Frühjahr begleiten durfte, hatte auch in diesem Jahr nichts gegen eine etwas größere Mannschaft. Zu Bachyt und seiner Familie sowie den etwa zehn Hirten und Helfern stieß unser Filmteam hinzu. Das waren Chef-Regisseur Wolfgang Mertin, Kameramann Yuri Burak und Tonmann Igor Markov von Panicfilm aus Moskau, Fahrer Yuri mit seinem unverwüstlichen GAZ 66 und schließlich ich selbst als Co-Autorin.

Die Moderne erreicht die Nomaden

Der Film zeigt nicht nur einfach Bachyt und das Leben seiner Familie auf dem Weg zur „Sommeralm“. Er wirft vor allem die Frage auf, wie sich die heutigen, neuen Nomaden auf den Klimwandel und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrer Umgebung einstellen. Dazu war das ARTE-Team auch mit kirgisischen und deutschen Wissenschaftlern unterwegs, bei den Gletschern des Tien-Shan.

„Die Hirten, die hier leben,“ so einer der Wissenschaftler, „sind auch für uns ganz wichtige Zeugen, denn sie nehmen die Veränderungen in der Natur unmittelbar und Jahr für Jahr wahr.“ Im Chon-Kemin-Tal schließlich begegnen sich Bachyt und die Wissenschaftler und Bachyt kann ihnen direkt von seinen Beobachtungen berichten.

Kein einfacher Dreh

Der Dreh war nicht immer ganz einfach, vor allem aufgrund des erst spät einsetzenden Frühjahrs. Eine Woche Verzögerung im Winterquartier, bevor der Dreh so richtig beginnen konnte – für jede Produktionsfirma ein Graus. Unterwegs keine Probleme, aber viele Geschichten, die es nicht alle in den Film geschafft haben, die schönste – die Geburt eines Fohlens mitten auf der Straße. Im Sommerquartier dann ein erneuter Wintereinbruch – Jurten im Schnee!

Verluste gab es dieses Jahr keine, dank der Umsicht von Bachyt. Der behielt als Chef immer den Überblick und erfüllte ohne Widerspruch, aber mit viel Geduld und Humor alle unsere Wünsche – „Das Ganze noch mal, bitte!“, „Könntest Du vielleicht von der Seite kommen?“, „Das Mittagslager bitte an diesem Platz aufschlagen!“. Und dabei blieb er trotzdem immer ein toller und glaubhafter Protagonist!

Bilder vom ARTE-Dreh finden Sie in dieser Fotogalerie.

Und hier ein Bericht auf GEO inklusive Trailer sowie ein Drehbericht von Wolfgang Mertin.